Heute, am 3. Oktober, begehen wir Deutschen unseren Nationalfeiertag. Heute vor 22 Jahren trat die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland bei und fortan gab es nurnoch ein Deutschland. Ein wiedervereinigtes Deutschland. Die Jahre 1989/90 leiteten weltweit und insbesondere in Europa eine historische Wende ein. Der über 40 Jahre währende Kalte Krieg war vorbei, der „Eiserne Vorhang“ fiel und die kommunistischen und sozialistischen Unrechtsregime zerbrachen unter dem Freiheitswillen der demonstrierenden Menschenmassen.
Viele Menschen mussten für ihren Kampf für Freiheit und Menschenrechte ihr Leben lassen. All denen gebührt unser aller Dank und Anerkennung, denn sie ebneten den Weg zu Freiheit, Demokratie und Menschenrechten in Deutschland und Europa. Dass wir uns heute frei bewegen, unsere Meinung frei äußern und frei und demokratisch wählen können ist ihr Verdienst und längst keine Selbstverständlichkeit.
Sicher ist heute noch nicht alles gut in Deutschland. Wir haben auch heute noch Probleme, an denen wir arbeiten müssen. Nichtsdestotrotz ist heute vieles besser als damals. Das Zeitalter in dem Unrechtsregime in Europa ihr Volk unterdrücken, ideologisch indoktrieren oder Regierungskritiker inhaftieren oder sanktionieren ist endgültig vorbei. All das, weil mutige Menschen in den Wendejahren ihren Regierungen die weitere Gefolgschaft untersagten und friedlich für ihre Ziele demonstrierten. All das sollten wir uns heute am „Tag der deutschen Einheit“ vor Augen führen.
Auch für mich persönlich ist es ein bedeutender Tag. Ich komme ursprünglich aus Thüringen und wäre ohne die Wiedervereinigung Deutschlands nicht dort, wo ich jetzt bin: im schönen Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Meine thüringische Heimat habe ich nicht vergessen und werde sie auch nie verleugnen. Im Herzen trage ich sie bei mir und erfreue mich gleichzeitig daran, mich in Deutschland und Europa frei bewegen zu können.
Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es immer wieder von Nöten ist, für die Freiheit einzustehen. Vorgänge wie in der damaligen DDR, wo unschuldige freiheitssuchende Menschen eiskalt bei Fluchtversuchen erschossen wurden zeigen sehr deutlich, wie zufrieden wir im wiedervereinigten Deutschland mit unserem demokratischen und rechtstaatlichen System sein können. Wofür viele im Ausland immernoch kämpfen, oftmals unter Einsatz ihres eigenen Lebens, ist bei uns alltägliche Realität. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen hierzulande dies wieder stärker zu schätzen wissen und sich an Wahlen beteiligen, denn Demokratie und Mitbestimmung sind leider nicht selbstverständlich und müssen stets aufs Neue verteidigt werden.
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