Dienstag, 8. Januar 2013

Kopflose CDU in Schleswig-Holstein

Ein Gastbeitrag von Carsten Otto:

Die CDU im Norden unseres Landes steckt in einer tiefen hausgemachten Krise fest. Erst letztes Jahr haben sie bei den Landtagswahlen Stimmen verloren, sind seitdem nicht mehr in der Regierung im Kieler Landtag vertreten und müssen sich nun, etwa fünf Monate vor den Kommunalwahlen im Flächenland einen neuen Landesvorsitzenden suchen.
Jost de Jager, bisheriger Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein schmeißt hin: Die Wahlniederlage scheint noch an seiner Kraft zu zehren und die Parteifreunde waren nicht gewillt ihn dabei zu unterstützen. "Ein wirklich starkes Signal des Rückhalts und der Geschlossenheit ist ausgeblieben.", begründete er seinen Rücktritt. Man könnte herauslesen: Alles muss man hier alleine machen, es werden einem nur Steine in den Weg gelegt.
Verkraftbar wäre sein Rücktritt, wenn es der erste seit Jahren wäre! Nur sucht die Landes CDU nun schon zum dritten Mal seit 2010. Im September 2010 übergab ihn Peter Harry Carstensen an Nachfolger Christian von Boetticher. Nicht mal ein Jahr später, im August 2011 schmiss auch er hin, da eine Affaire zwischen ihm und einer 16-Jährigen an die Öffentlichkeit gekommen war. Kein Jahr vor der Landtagswahl übergab er die Amtsgeschäfte an Jost de Jager, der sich zwar bemühte, nun allerdings trotzdem an mangelndem Rückhalt in seiner Partei scheiterte.
Die Suche nach einem Neuen wird sich dieses Mal schwieriger gestalten. Wer soll es machen? Wer hat die nötige Erfahrung? Der neue Fraktionsvorsitzende Johannes Callsen vielleicht? Oder seine Stellvertreterin Astrid Damerow? Ein bekanntes Gesicht sucht man jedenfalls vergebens. Gut, dass die schleswig-holsteinische CDU das keinem anderen in die Schuhe schieben kann. Sie sind es selber Schuld.

Fracking - Rohstoffabbau zu Lasten von Mensch und Natur

Vielen ist es heute noch unbekannt, dabei besteht diese Technologie bereits seit den 1940er Jahren: Das „Hydraulic Fracturing“, kurz „Fracking“ genannt.
Es ist eine Methode zum Abbau von Bodenschätzen, z. B. Erdgas oder Erdöl, bei der bei Tiefbohrungen eine Flüssigkeit, das „Fracfluid“, in die Gesteinsschichten eingepresst wird. Diese unter hohem Druck eingepresste Flüssigkeit erzeugt Risse im Gestein und macht die Gesteinsschichten durchlässiger für Flüssigkeiten und erleichtert somit den Abbau von Bodenschätzen. In den USA wird diese Technologie schon sehr lange angewendet. Hier werden bereits 90 % der Gasbohrungen durch Fracking durchgeführt.

Jedoch ist das Fracking nicht ohne Gefahren. So werden als Fracfluid u. a. Gele, Säuren oder Biozide eingesetzt, von denen einige nach der deutschen Gefahrstoffverordnung als „karzinogen“, also krebserregend gelten. Ein „Clean Fracturing“ ohne den Einsatz dieser Gefahrenstoffe ist noch in der Erprobung und wird noch nicht durchgeführt.
Durch das Aufsprengen der Gesteinsschichten besteht zudem die Gefahr, dass diese Stoffe ins Grund- und Trinkwasser gelangen und somit sowohl der Umwelt als auch dem Menschen schaden können. Weitere Umweltschäden entstehen z. B. dadurch, dass das verunreinigte Bohrwasser, welches aus dem Bohrloch herausgepumpt wird, bei neuen Bohrungen wiederverwendet wird und dadurch bisher unbelastete Gebiete kontaminiert werden. Des Weiteren kann es durch das Aufsprengen der Gesteinsschichten zu kleinen lokalen Erdbeben kommen. Diese werden zwar von Befürwortern des Frackings als „für den Menschen nicht wahrnehmbar“ bezeichnet, doch konnten jedoch in den USA Beben der Stärke 3,0 auf der Richterskala auf nahegelegene Fracking-Bohrungen zurückgeführt werden.

In Deutschland rät das Umweltbundesamt von einem großtechnischen Einsatz ab und empfiehlt ein Verbot in Trinkwasserschutzgebieten. Nichtsdestotrotz wird auch in Deutschland seitens der Industrie bereits über den Einsatz der Fracking-Technologie beraten.

Grundsätzlich gesehen stehe ich immer für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland. Beim Fracking jedoch überwiegen meiner Meinung nach die Gefahren für Mensch und Natur und daher bin ich gegen den Einsatz dieser Technologie in Deutschland.