Ein Gastbeitrag von Carsten Otto:Die CDU im Norden unseres Landes steckt in einer tiefen hausgemachten Krise fest. Erst letztes Jahr haben sie bei den Landtagswahlen Stimmen verloren, sind seitdem nicht mehr in der Regierung im Kieler Landtag vertreten und müssen sich nun, etwa fünf Monate vor den Kommunalwahlen im Flächenland einen neuen Landesvorsitzenden suchen.
Jost de Jager, bisheriger Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein schmeißt hin: Die Wahlniederlage scheint noch an seiner Kraft zu zehren und die Parteifreunde waren nicht gewillt ihn dabei zu unterstützen. "Ein wirklich starkes Signal des Rückhalts und der Geschlossenheit ist ausgeblieben.", begründete er seinen Rücktritt. Man könnte herauslesen: Alles muss man hier alleine machen, es werden einem nur Steine in den Weg gelegt.
Verkraftbar wäre sein Rücktritt, wenn es der erste seit Jahren wäre! Nur sucht die Landes CDU nun schon zum dritten Mal seit 2010. Im September 2010 übergab ihn Peter Harry Carstensen an Nachfolger Christian von Boetticher. Nicht mal ein Jahr später, im August 2011 schmiss auch er hin, da eine Affaire zwischen ihm und einer 16-Jährigen an die Öffentlichkeit gekommen war. Kein Jahr vor der Landtagswahl übergab er die Amtsgeschäfte an Jost de Jager, der sich zwar bemühte, nun allerdings trotzdem an mangelndem Rückhalt in seiner Partei scheiterte.
Die Suche nach einem Neuen wird sich dieses Mal schwieriger gestalten. Wer soll es machen? Wer hat die nötige Erfahrung? Der neue Fraktionsvorsitzende Johannes Callsen vielleicht? Oder seine Stellvertreterin Astrid Damerow? Ein bekanntes Gesicht sucht man jedenfalls vergebens. Gut, dass die schleswig-holsteinische CDU das keinem anderen in die Schuhe schieben kann. Sie sind es selber Schuld.